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Bericht

Oltimer Grand Prix
2004

Oltimer Grand Prix
2004


   


 

Verschwitzte Hände pressen sich, an das feuchte, rutschige Leder. Eine Zittrige Rote rechte Hand, schlotternde Knie dazu noch einen Puls der einem Hagelgewitter von der Identität gleicht. Was war geschehen?

Geliebt, gefürchtet und gehasst: Seit 78 Jahren strahlt die legendäre Berg– und Talbahn durch die Eifel in Rheinland Pfalz unverändert Emotionen bei Fahrern und Fans aus.

Nicht umsonst wird die Nordschleife auch als "Grüne Hölle" bezeichnet, die höchste Anforderungen an Mensch und Maschine stellt.

Eine Einzigartige Rennstrecke die sich durch den Streckenverlauf aber auch den Boliden an sich auszeichnet.

 Während des Passierens der 33 Links- und 40 Rechtskurven wechselt der Fuß des Fahrers andauernd zwischen Brems- und Gaspedal.

Dabei steppt es im Fußraum, als ob sich die Fahrerfüße auf einer Tanzfläche befänden. Ein Gefühl von Nervosität, erfüllt mit Unsicherheit, setzen sich in jeder Kurve fort.

Marcus B. (19) berichtet über seine Eindrücke:

,,Die Reifengeräusche übertönen meine Freudenschreie.“

Auf gut 20,8 km Länge bietet diese Rennstrecke den Fans und Fahrern alles, was man sich vorstellen kann: Sprunghügel, Steilkurven, lange Geraden, schnelle Passagen und kurvenreiche Abschnitte.

Es war der 1.April 2005 Was nach der Bezahlung von Läppischen 15€ folgte schien ein schlechter April-Scherz zu sein…

Nach den ersten recht flotten Abschnitten taucht man in das Schwedenkreuz dermaßen ein, dass man glaubt, IKEA laste den Insassen das Regal „Billy“ auf den Schultern, was die Stoßdämpfer mit einem ächzenden Geräuschen bedanken, dass den Insassen durch Mark und Bein geht. Nach der Fahrt durch das Schwedenkreuz wird der Rumpf mit voller Wucht in die in sich vibrierenden Sitze gepresst.

 

Kurz danach wird man schon in die Fuchsröhre gejagt und man weiß nicht, ob man sich als Fuchs oder Jäger bei diesen grünen Schatten der Bäume fühlen soll. Als ob das noch nicht genug wäre, fliegen von Hinten hoch gezüchtete Familienkutschen a la M5 an einem vorbei, sodass man gar nicht mehr weiß, welche Ideallinie der Fahrer denn noch nehmen kann. Bei Km 7 an der Zufahrt Breidscheid hat sich zum Glück die Lage entspannt, da das erste Drittel ziemlich an die Substanz geht. Das Kesselchen braut eine dermaßen giftige Mischung zusammen, dass die Sinne der Mitfahrer betäubt werden. 

Rechts und links zischt es genau so schnell und laut, wie es angefangen hat. Und schon taucht wieder ein schwarzer Schatten auf, der nur die enorme Geschwindigkeit des Bikers in schwarzen Klamotten erahnen lässt.

Ständiger Wechsel und hastige Lenkbewegungen des Fahrers und einem Magengefühl, das nur annährend die einer Achterbahnfahrt gleicht, sind das Resultat.

Der Fahrer Hans B. (54) zeigte sich beeindruckt:

,,Ich konnte die Kurven nicht erblicken, dafür aber um so deutlicher spüren.“

Das Durchfahren durch die enormen Höhenunterschiede (bis zu 300m) bei rasanten Geschwindigkeiten überflutet den Fahrer mit Sinnesreizen, die er kaum zu bewältigen weiß.

Das Karussell ist eine Starke steile Linkskurve die den Wagen wie einen Cocktail durchmixt und wieder ausspuckt.

Nun kommen wir am Brünnchen vorbei wo wir uns schon so oft die Heulenden Reifen und Abrieb vom stinkenden Gummi wahrgenommen haben. Unzählige Fans des Nürburgrings haben sich hier verewigt. Leider kann man nur erahnen was geschrieben steht, denn die Wörter Verschmelzen zu einem unlesbarem Brei aus weiß und Grau.

 Während Durchfahren des Pflanzgartens wirken die Bäume am Straßenrand wie grüne Flammen, die das Fahrzeug scheinbar zu verschlingen versuchen. Plötzlich befindet man sich vor einem steilen Anstieg der Strecke.

,,Ich wurde von der Sonne stark geblendet“, berichtet der Fahrer. „Jedoch konnte ich den Streckenverlauf nicht einmal erahnen.“

Luftspiegelungen verhinderten, dass die Strecke das Geheimnis der nächsten Richtung preis gab. Plötzlich rattert es. Was war los?

Der Randstreifen wurde mit der Vorderachse berührt, weil die falsche Richtung gewählt. Dann wird der Beifahrer von der enormen Bergabbeschleunigung überrascht.

 Die kleine Galionsfigur wackelt hin und her, an welcher sich schon einige Mückenleichen platziert haben.

,,Als ich das gesehen hatte, dachte ich, es wäre das Letzte.“

Doch es gelingt und man wird in den Nervenzerfetzenden Schwalbenschwanz geleitet. Einmal Rechts, Links und dann wieder rechts und man geht am Galgenkopf vorbei zum Sprintabschnitt. ,,Welcome to german Nordschleife! Freies blasen is` angesagt.“ Jedoch als der Wagen gerade die 210km/h Marke überschritten hat ist es auch schon vorbei. Man geht runter vom Gas und es wird einem Schlecht bei der Langsamen Ausfahrt. Was macht diesen Mythos Nordschleife so aussagekräftig und dennoch im selben Atemzug so begehrenswert?

So genau kann man das nicht mit Worten beschreiben…

Zur Definition der Nordschleife können wir abschließend nur eines sagen:

"Die Nordschleife ist eine einzigartige Rennstrecke:

Sensible Personen werden bei dem ohrenbetäubenden Lärm behämmert wie Nägel"

 

 

 

 


 
       
© 2005-2006 by Marcus Bock • marcusbock@arcor.de